Der Steinbacher Dialekt

Für eine Aussenstehende nicht-bayerisch-sprechende (aber in Bayern geborene, man mags nicht glauben...) Zugezogene hat der Steinbacher Dialekt eine besondere Faszination. Sprechen die Alten ohne gross Rücksicht zu nehmen, dann hat meinereins einige Jahre  mit grossen Augen und offenen Ohren nach Anhaltspunkten gesucht, um wenigstens die Richtung des Gesprächs noch orten zu können. Unser Opa, der Stigl-Hans, ist da unter all den Zugezogenen besonders bekannt und sprachlich gefürchtet. Dank des speziellen Trainings bin ich beim Zuhören inzwischen ganz fit, peinliche Sprachproben erspar ich euch trotzdem...


Forscht man ein wenig nach, dann wird deutlich, dass der Steinbacher Dialekt dem Lechrain zuzuordnen ist, ein Gebiet am Lech entlang, das ein Grenzgebiet zwischen Schwaben und Bayern darstellt und sich von Augsburg aus nach Süden bis in die Berge erstreckt. Man hört deutlich sowohl bayerische wie auch schwäbische Klänge, der Dialekt soll sich eigenständig über das Mittelhochdeutsche aus dem Althochdeutschen entwickelt haben. Steinbach ist dann auch ziemlich an der östlichen Grenze des Lechrains, war aber dem Kloster Wessobrunn zugeordnet, und das liegt mitten im Lechrain.


Es gibt hierzu ein paar wunderschöne Internetseiten:


Die Homepage von Prof. Dr. Pankraz Fried
, aus Heinrichshofen, der unter anderem in bayerischer Landesgeschichte promoviert hat und sich der bayerischen Landespflege sowohl beruflich als auch privat widmet.


Den sprechenden Sprachatlas von Bayern
. Es öffnet sich eine nach Dialekten unterteilte bayerische Karte. Auf der linken Seite finden sich Begriffe zu diversen Themen, die dann in den unterschiedlichen Dialekten gesprochen werden. Prittriching (Burching) hat einen eigenen "Play"-Knopf, der kommt dem Steinbacher Dialekt wohl am nächsten.


Natürlich hat auch Wikipedia ein paar Sätze zum Lechrain zu sagen.